Stellungnahme Uwe Steimle

Das Interview in der Jungen Freiheit fand mit einem Satiriker statt. Ich bin Satiriker und die Satire ist eine Kunstform der Übertreibung, Zuspitzung, Verspottung und Kritik gesellschaftlicher Entwicklungen und Ereignisse, sowie Personen. Ich setze mich mit den gesellschaftlichen und politischen Themen und Personen unserer Zeit auseinander und bringe diese in überspitzter Form (was sonst) auf die Bühne. Satire muss auch wehtun können und eine Demokratie muss das aushalten können. Als Kabarettist begreife ich mich als Seismograph der Zeit. So versuche ich Wunden aufzureißen, sichtbar zu machen. Ich lege keine Pflaster auf. Streit und Widerstreit, ja Ringen um die Wahrheit sind das Salz in der Suppe der Demokratie. Kunstfreiheit und freie Meinungsäußerung sind ein sehr hohes Gut. Das Wort zählt zur Kunstfreiheit. Immer im Dialog und immer miteinander reden und nicht übereinander.

Mein Interview in der Zeitung „Junge Freiheit“ sollte deutlich machen, dass wir gerade nicht in einer inszenierten Meinungsdemokratie leben, dass wir miteinander reden können, auch wenn wir nicht der gleichen Meinung sind. In der “Jungen Freiheit “ schrieben übrigens schon Werner Patzelt und Egon Bahr. Und Charlotte Knobloch gab ein Interview. Meine Bereitschaft, mit der Jungen Freiheit zu sprechen, mag falsch verstanden worden sein, was ich sehr bedaure. Ich wollte Brücken bauen mit den Mitteln der Kunst. Unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung, die auch das Recht zur freien Meinungsäußerung und Kunstfreiheit gewährleistet, ist der Pfeiler meines Schaffens.

Soweit auf einen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 23.07.2018 Bezug genommen wird, meine ich, dass zahlreiche meiner Angaben so aus dem Zusammenhang gerissenen wurden, dass hier ein gänzlich falscher Eindruck erweckt wurde. Ich habe mich über diesen Beitrag sehr geärgert.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass es nur ein Interview mit der Jungen Freiheit gab! Die Aussage von Frau Antonie Rietzschel, in der Süddeutschen Zeitung, entspricht nicht der Wahrheit!

Um es klar zu sagen: Ich teile und befürworte rechtes Gedankengut nicht und es lag nie in meiner Absicht, irgendwelche Personen herabzusetzen, zu „desinformieren“ oder Diktaturen zu verharmlosen. Sollte ich missverstanden worden sein, bedauere ich das. Aber Satire muss ätzen können, muss provozieren dürfen, muss an die Grenzen gehen können, ohne dass der Künstler Zensur befürchten muss.

Natürlich ist der Öffentlich-rechtliche Rundfunk als Ganzes nicht Staatsnah, dies verbietet sich und war von mir auch zu keinem Zeitpunkt so gemeint. Ich zolle allen Mitarbeitern des MDR und auch allen freien Mitarbeitern, meinen allerhöchsten Respekt für die verantwortungsvolle Arbeit, in diesen nicht ganz einfachen Zeiten!

Dresden, den 27.08.2018
Uwe Steimle


"Steimles Welt" im MDR Fernsehen

am 11.11. um 20:15 Uhr


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steimle@mdr.de